Wie lebst du deine Männerrolle?

Mann mit hochgehobenem rechten Zeigefinger. Er schaut drohend in die Kamera

Ich weiß nicht, wie dein Vater war. Meiner hatte noch das patriarchalische Selbstverständnis, dass er darüber zu entscheiden hatte, ob seine Frau arbeiten geht oder nicht. Solange man unter seinem Dach wohnte, hatte man zu befolgen, was er bestimmte. Mit ihm wurde nicht diskutiert. Er duldete innerhalb der Familie keinen Widerspruch. Aufgrund seiner Stellung gab es keine Legitimation zur freien Meinungsäußerung. Bzw., eine Äußerung wurde nicht ernst genommen. Papa wusste es aufgrund seiner Lebenserfahrung und seiner familiären Stellung am besten.

Über Gefühle hat er nie geredet. Das ging niemanden etwas an. Sein Lieblingsspruch war: „Von Gefühlen lebt man nicht!“

Ein Mensch hatte nach seiner Ansicht zu funktionieren und sich zusammen zu reißen.

Sein Rollenbild war somit klar definiert. Mein Vater sah seinen Job darin, für seine Familie zu sorgen. Frau und Kinder hatten ihm dafür dankbar zu sein und ihm zu gehorchen.

Als meine Mutter Krebs bekam, musste er lernen zu kochen und den Haushalt in Ordnung zu halten. Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass er den Rollenwechsel in diesen Bereichen akzeptiert. Kochen wurde sogar zu seinem Hobby und er erfand die genialsten Gerichte!

Ich frage mich oft, ob sein Leben nicht einfacher hätte sein können. Auf den ersten Blick mag es einfacher erscheinen, andere zu bestimmen und nicht mit sich diskutieren zu lassen. Allerdings trägt auf diese Weise der Familienchef allein das gesamte Gewicht der Familien-Verantwortung auf seinen Schultern.

Mein Papa konnte sich nirgendwo anlehnen. Seine Aufgabe war es, selbstbewusst zu bestimmen. Schwächen durfte er nicht zeigen. Es hätte für ihn eine Gefahr dargestellt. Die Möglichkeit, dass man ihm dann die Zügel aus der Hand nimmt, war einfach zu groß.

Mein Vater lebte in einer Zeit, in der ein solches Männerbild noch anerkannt war. Es gab andere Väter, die modernere Vorstellungen hatten, aber zu dieser Zeit war das noch eine Minderheit.

Heutige Väter im deutschen Kulturkreis haben kaum mehr die Chance, herrisch über ihre Familienmitglieder zu bestimmen.

Frauen machen sich vermehrt für ihre Rechte stark. Das Gesetz gibt den Frauen Recht. Es ist nicht mehr angesehen, Herrscher über seine Familie zu sein.

Wie geht Mann damit um?

Rollenwechsel

Mir kommt es so vor, dass es Männer gibt, die sich anstrengen, um die ganze patriarchalische Zeit der Vorväter in Ordnung zu bringen. Sie gehorchen ihrer Frau, erledigen den Haushalt, sorgen für die Kinder und verbringen viel Zeit mit ihnen. Ihre Frauen hingegen dürfen sich selbstverwirklichen. Zudem machen sie ihren Job und finanzieren damit die Familie. Sie sind die Powermänner unserer Zeit.

Ist das die Lösung?

Jugendlicher Mann mit Hut. Blickt in die Kamera. Er hält in der rechten Hand einen rosaroten Eimer, in der linken einen Wischmob.

Wie fühlst du dich heute als Mann?

Was tust du, wenn du weder die eine noch die andere Rolle spielen willst?

Deine Rolle ist von vielen Faktoren abhängig. Ein Faktor ist der, dass du weißt, nach welchen Regeln du leben willst. Ein anderer Faktor ist, nach welchen Regeln deine Frau leben will. Und ein dritter Faktor ist, wie dein Umfeld auf deine gelebte Rolle reagiert.

Die Kunst ist nun, alle Faktoren unter einen Hut zu bekommen.

Dabei hilft dir eine Methode, die INTERA-Methode. Du findest deinen roten Faden und wie du ihn praktisch in deinem Leben konstant umsetzt. Die Methode basiert auf fünf Standbeinen. Sie bringt dir bei, wie du Frauen beobachten und dann richtig interpretieren kannst. Du findest Ausgeglichenheit in dir, kontrollierst deine Reaktionen und räumst mit alten Emotionen auf, die dich ständig daran hindern, dein Leben nach deinem Wunsch zu leben.

 

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Ein Gedanke zu „Wie lebst du deine Männerrolle?

  1. Hallo,
    ich lese diese Seite gerade und sie macht mich sehr nachdenklich.
    Ich bin sehr geprägt von meinem Vater, dafür, was moralisch korrekt ist und was nicht. Heute bin ich sehr verunsichert durch die Gegensätze von früher, von dem, was ich mitbekommen habe und dem, was meine Partnerinnen im Gegensatz dazu gerne von mir haben möchten.
    Danke für diesen Input.
    Liebe Grüße,
    J

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